Neue Server Hardware
Inhaltsverzeichnis
In dieser Post Reihe dokumentiere ich den Bau meines neuen Servers.
Einleitung
Zuerst soll es um die Frage gehen, warum ich überhaupt einen neuen Server baue. Der verfügbare Speicherplatz auf meinem bisherigen Server wurde immer weniger. Die einfache Lösung, dachte ich, war der Kauf zwei neuer Festplatten mit höhere Kapazität welche ich dann mit RAID1 Konfiguration an den Server anschließe. Irgendetwas tief in meine Hinterkopf sagte mir, dass ich etwas vergessen hatte. Ich hatte schonmal daran gedacht neue Festplatten zu kaufen, aber irgendein Problem hatte ich damals erkannt weshalb ich die Aufgabe vorerst verschoben hatte. Da mir allerdings nicht mehr einfiel was genau das Problem war bestellte ich zwei weitere Festplatten um das Speicherplatzproblem zu lösen.
Nachdem die Festplatten ankamen baute ich sie voller Vorfreude in das Festplattendock
des Servers ein.
Jetzt musste ich mich nur noch die Festplatten konfigurieren und das Platzproblem war
gelöst.
Um die Platten zu formatieren brauchte ich nur noch die Devicefile (/dev/sdX).
Also ein einfaches lsblk um alle verbundenen Blockgeräte aufzulisten und …
Die neu verbauten Platten wurde nicht aufgelistet.
Nach kurzer Inspektion des Festplattendocks viel mir auf, ohne SATA Kabel ist das
Problem wenig verwunderlich.
Auf den zweiten Blick viel mir jedoch das Problem ein, an welches ich mich bisher
nicht mehr erinnern konnte.
Das Motherboard hatte nur noch einen statt der nötigen zwei SATA Anschlüsse frei.
Für die Lösung dieses Problems gab es zwei Möglichkeiten:
- Mehr SATA Anschlüsse durch einen RAID-Controller
- Mehr SATA Anschlüsse durch ein anderes Motherboard
Glücklicherweise hatte ich noch ein Motherboard mit 8 SATA Anschlüssen aus einem ersetzten Computer herumliegen. Damit war die Entscheidung gefallen und der Bau des neuen Servers kann beginnen.
Zusammenbau
Als Gehäuse verwende ich ein 4U Rack Gehäuse mit 48 cm Tiefe welches mir
gespendet wurde.
Das schöne an diesem Gehäuse ist, dass es 8 HDD Slots besitzt und auch die Möglichkeit
besteht Festplatten intern zu verbauen.
Außerdem ist es mögliche eine üblich Desktop PSU einzubauen.
Da ich noch einen alten Computer zum ausschlachten hatte, kam mir das sehr gelegen.
Als erstens befestigte ich die Lüfter an der Vorder- und Rückseite des Gehäuses.
Jedoch hatte ich keine passenden Schrauben für die Gewinde welche in dem Gehäuse waren.
Kurzerhand wurden diese mit einem Gewindeschneider passend vergrößert.

Als nächstes war der Einbau des Motherboards an der Reihe.
Nachdem ich den bisherigen Kühler abgebaut hatte, da dieser zu hoch für das Gehäuse war
und den originalen Intel Kühler mit frischer Wärmeleitpaste angebracht hatte konnte das
Motherboard auch schon eingebaut werden.
Um den Einbau des Motherboards abzuschließen habe ich alle nötigen
Kabel angeschlossen und den RAM eingebaut.

Nach dem Einbau der Festplatten in die entsprechenden Slots
musste ich nur noch den Server starten.
Und …
Die Festplatten wurden nicht erkannt.
Den Fehler welchen ich gemacht hatte war, dass ich dachte die zwei SAS-Anschlüsse auf der Backplane
für die Festplatten könnten durch SAS-SATA Adapter mit den SATA-Anschlüssen des Motherboards
verbunden werden.
Jedoch gilt für die Kompatibilität zwischen SAS und SATA, dass SATA Platten an SAS angeschlossen werden kann,
aber SAS nicht an SATA.
Also brauchte ich etwas das mir mindestens zwei SAS Anschlüsse bereitstellt.
Durch einen weiteren Fehlkauf lernte ich den Unterschied zwischen SAS-Expander und Host-Bus-Adapter
kennen welchen ich schließlich in den Server einbauen konnte.
Dieser Host-Bus-Adapter stellt zwei SAS-Ports zur Verfügung und nutzt dabei eine 8xPCIe Lane.

Ein weiterer Neustart und die Festplatten wurden endlich erkannt 🥳! Jetzt konnte ich endlich das Gehäuse vollständig zusammenbauen und mich um die restliche Einrichtung kümmern.
Einrichtung
Um die Festplatten auch tatsächlich nutzen zu können habe ich sie mit btrfs in einer RAID1 Konfiguration formatiert.
Danach fehlte nur noch der Eintrag in die /etc/fstab um das Dateisystem nach einem Neustart automatisch einzuhängen.
Endlich ist das Speicherplatzproblem, zum mindest für eine Weile, behoben.
Einbau
Was jetzt noch bleibt ist das Einbauen des Server in ein 12U Rack welches an der Wand befestigt ist.
Das untere Bild zeigt den eingebauten Server im Betrieb.

Da ich bisher nur die hälfte der verfügbaren 3,5" Slots für HDDs nutze sollte die möglich Speicherkapazität vorerst reichen.